Viele Menschen haben Angst vor Demenz – zu Recht, denn für diese Erkrankung besteht derzeit keine Chance auf Heilung. Glaubt man den durchgeführten Studien so soll sich, gestärkt durch die übermäßige Nutzung des Smartphones und der Überalterung der Weltbevölkerung, der Anteil an Demenzpatienten bis 2020 mehr als verdoppeln. Abhängig vom Grad der Demenz sind die betroffenen Menschen einfach nicht mehr fähig, alleine ihr Leben zu meistern.

Dem Diplomarbeitsteam von Lukas Handsteiner, Peter Limbach und Daniel Pfisterer ist es ein Anliegen, das Leiden der Menschen mit dieser Krankheit zu mindern. Die drei angehenden Wirtschaftsingenieure wollen zeigen, dass die Technik sogar für unheilbare Krankheiten Hilfsmittel bereitstellt, damit Betroffene wieder ein normales Leben führen können.

Die Innovation dieser Diplomarbeit liegt in der eigens entwickelten Software, die das fehlerhafte Kurzzeitgedächtnis von Demenzpatienten stützt und den Angehörigen und Pflegern einen leichteren Umgang mit ihnen ermöglicht.

Gespräche werden in Echtzeit aufgenommen, gefiltert und dann in regelmäßigen Zeitabständen der dementen Person wiedergegeben. Die Angehörigen und Pfleger können dann bis zu einem gewissen Grad über eine App den Informationsfluss einsehen und ergänzen. Die Einstellung der Software erfolgt auch ganz einfach über eben diese App. Zur Aufnahme und Wiedergabe der Informationen kann ein handelsübliches Headset verwendet werden.

So werden normale Gespräche mit dementen Personen leichter möglich, der Umgang mit ihnen um ein Vielfaches vereinfacht und die Angst vor dieser Krankheit vermindert.

 

Die zweite Diplomarbeit mit Schwerpunkt Gesundheitstechnik beschäftigt sich mit der Verbesserung der Lern- und Arbeitsbedingungen von sehbehinderten Menschen.

Sebastian Schnabler hat sich trotz seiner stark eingeschränkten Sehkraft für eine technische Ausbildung bei den Wirtschaftsingenieuren entschieden. Um Texte von Papier oder von der Tafel ablesen zu können, braucht er optische Geräte, die in der Lage sind, diese Informationen stark vergrößert (300 – 400%) auf einem Arbeitsplatzbildschirm darzustellen. Der für den Schüler erkennbare Bereich liegt dabei dann nur bei einigen wenigen Buchstaben. Das gesamte Wort und der vollständige Satz ergeben sich durch Aneinanderreihung. Tabellen können auf diese Weise nicht gelesen werden, da das Zuordnen der Zellen zu den jeweiligen Spalten- und Zeilenüberschriften kaum möglich ist. Verlässt Sebastian beim Lesen die Zellposition um die Überschrift zu lesen, verliert er dabei die Zeilenposition und umgekehrt.

Und genau diesem Problem nehmen sich die beiden Diplomandinnen Michaela Jagersberger und Laura Payrleitner mit ihrer Diplomarbeit an.

Fließtexte lassen sich relativ einfach in Sprachausgaben verwandeln, dafür gibt es genügend Computerprogramme am Markt. Wesentlich schwieriger ist es, Informationen aus Datentabellen wiederzugeben, da zu jedem Datenfeld auch Überschriften und Zeileninformationen notwendig sind.

Die Innovation dieses Projektes besteht darin, flächige Informationen, wie sie in Datentabellen angeboten werden, für sehbehinderte Personen mit einem Texterkennungssystem digital aufzubereiten und anschließend mit Sprachausgabe korrekt vorlesen zu lassen.

 

Technik zeigt sich hier in ihrer schönsten Form, denn die Wirtschaftsingenieure stellen sie in den Dienst der Menschen!